Geschichte

bglhistoryDer Name Berchtesgaden leitet sich vermutlich im ersten Teil entweder von der Perchta oder einem Siedler mit dem Namen Perther und im zweiten Teil von Gaden, einem umzäunten Wohnsitz ab.

Erstmals urkundlich erwähnt wurde Berchtesgaden im Jahre 1102. Der Entstehung Berchtesgadens war ein Gelübde der Gräfin Irmgard von Sulzbach vorangegangen, als Dank für die Errettung ihres Ehemannes nach einem Jagdunfall ein Kloster zu stiften. Ihr Sohn Berengar I. von Sulzbach und sein Halbbruder Kuno setzten sich für die Erfüllung dieses Gelübdes ein und reisten dafür auch nach Rom. Die Augustiner-Chorherren, die von Berengar berufen wurden, scheuten das damals unwirtliche Berchtesgadener Tal. Der erste Propst Eberwin nahm daher noch bis 1111 seinen Sitz im Kloster Baumburg (im heutigen nördlichen Landkreis Traunstein). Erst mit den Rodungen gewann der Talkessel nach und nach auch für die Pröpste seinen Reiz. Fortan war Berchtesgaden Hauptort des kleinen geistlichen Staates. Die Forsthohheit gewährte Kaiser Friedrich Barbarossa dem kleinen Stift 1156, und die Schürffreiheit auf Salz und Metall hängten sich die Berchtesgadener gleich selbst an die kaiserliche Urkunde. Beides zusammen sorgte für einen ersten wirtschaftlichen Aufschwung, der Berchtesgaden zu einem Markt heranwachsen ließ.ger_berchtesgaden7
Blick auf Berchtesgaden mit Stifts- und Pfarrkirche, dahinter das Watzmannmassiv.

Ab 1380 war Berchtesgaden als Reichslehen im Reichstag mit Sitz und Stimme vertreten. 1559 zur Fürstpropstei erhoben, saß Berchtesgaden im Reichstag zu Regensburg – als einzige Fürstpropstei und kleinstes Fürstentum. Die Fürstpropstei wurde ab 1559 bis 1723 von den bayerischen Wittelsbacher verwaltet, die damals auch noch die Kurfürsten und Erzbischöfe des Erzbistums Köln stellten.

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Mit der Säkularisation und dem damit verbundenen Ende der pröpstlichen Herrschaft im Jahre 1803 kam Berchtesgaden, wie auch die übrigen Gebiete der Fürstprobstei zum neugegründeten Kurfürstentum Salzburg, nach dem Frieden von Pressburg 1805 zum Kaiserreich Österreich und 1809 für kurze Zeit direkt zu Napoleons Frankreich. Mit der Neuordnung Europas 1810 kam das Berchtesgadener Tal zusammen mit Salzburg zu Bayern und verblieb dort, anders als Salzburg, das 1816 wieder an Österreich überging.